Heimtverein Rheinberg e.V. mit Sprookverein Ohmen Hendrek  


    Heimatverein Rheinberg e.V. mit Sprookverein Ohmen Hendrek
 • home  wir über uns  termine  publikationen  • kontakt  impressum

 
Wir über uns
Heimatverein Rheinberg  • Sprookverein Ohmen Hendrek



Heimatverein Rheinberg

Am 1.März 1989 trat in Rheinberg eine Versammlung von Heimat- und Wanderfreunden zusammen, um im Rahmen der Organisation des "Vereins Niederrhein" (VN) die Gründung eines Heimatvereins vorzubereiten.
Aus der Mitte der Anwesenden wurde eine achtköpfige Gründungskommission unter dem Vorsitz von
Dr. Rolf Hoppmann gewählt.

Die Kommission hatte eine Vereinssatzung aufgestellt, die sie der formellen Gründungs- und damit ersten Mitgliederversammlung zur Annahme empfiehlt.

Dies vorausgeschickt, beschließt die Mitgliederversammlung am 26.April 1989 die Satzung:

Der Verein hat die Aufgabe Heimatgedanken, Geschichte und Brauchtum zu pflegen, und zwar für alle Stadtteile.
In diesem Rahmen kulturelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Wanderungen und Studienfahrten durchzuführen oder zu fördern, sowie beim Natur- und Umweltschutz und bei der Denkmalpflege mitzuwirken, und Anregungen zur Stadtverschönerung zu geben.



Sprookverein Ohmen Hendrek

1. Einleitung
 
Wie es dazu kam, daß sich in unserer Vaterstadt ein sogenannter „Sprookverein“ etablierte, das soll in den folgenden Zeilen dokumentiert werden.
 
Der Rhinberkse Spookverein „Ohmen Hendrek“ hat bereits eine lange Tradition.
 
Aus der Formulierung „Sprookverein“ kann man unzweifelhaft entnehmen, dass es bei den Aktivitäten in diesem Verein in erster Linie um eine Sprache, allerdings um eine ganz besondere Sprache geht, nämlich um unsere ureigenste, heimische Mundart, das so genannte „Rhinberks Plat“.
 
Doch zuerst will ich etwas abschweifen und auf eine Publikation verweisen, die in den Septembertagen diesen Jahres hier am Niederrhein veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um ein Mundart– Wörterbuch für den Bereich der Stadt Grefrath. Im Vorwort schreibt Herbert Ackermann, der Autor dieses Mammut– Werkes von insgesamt 2152 Seiten; „Meine erste Fremdsprache war das Hochdeutsch!!!!!“ Auch wenn darin ein etwas schalkhafter Unterton mitschwingt, so kommt darin doch zum Ausdruck, dass in früheren Zeiten am Niederrhein andere Sprachgewohnheiten vorherrschten als heutzutage.
 
Das kann man auch uneingeschränkt auf den Bereich Rheinbergs anwenden. Konkret heißt das : in früheren Jahrhunderten war das Niederfränkische, Niederländische hier die Alltagssprache. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass unsere Mundart, das „Rinbäärks Plat“, die ebenfalls zum niederfränkischen Sprachstamm gehört, wesentlich älter ist als die hochdeutsche Standardsprache.
 
Ähnlich sah es in anderen Bereichen Deutschlands aus : jedes Fürstentum usw. hatte seine eigene Sprache bzw. Mundart, was eine große Sprachenvielfalt bedeutete. Auch wenn Martin Luther mit der Übersetzung der Bibel sich um eine einheitliche Hochsprache bemühte, so setzten es erst die Preußen mit der Machtübernahme ab 1703 durch, dass das Hochdeutsche die amtliche Sprache wurde. Doch das kam nicht von heute auf morgen! Besonders die Angehörigen der sogen. einfacheren Bevölkerungsschichten behielten es bei, sich im täglichen Gespräch der Mundart zu bedienen. Aber es ließ sich nicht aufhalten : die angestammte Mundart wurde nach und nach von der hochdeutschen Sprache zurückgedrängt.
 
 
2. Gründung des „Rhinberkse Sprookverein Ohmen Hendrek“
 
Das sahen zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Rheinberg eine ganze Reihe angesehener Bürger aus allen Bevölkerungsschichten auch so. Es wurde ihnen zu einer Herzensangelegenheit, unsere Mundart vor dem Vergessen zu bewahren. Und so fanden sie sich zusammen und gründeten einen Verein zur Erhaltung und Förderung unserer Mundart. Hier war der biedere Handwerker ebenso tätig wie der Geschäftsmann, der Fabrikant und der Akademiker.
 Initiator und Motor dieses Vereins war der angesehene Arzt Dr. Heinrich Schmitz aus einer alten Rheinberger Familie. Von den Mitstreitern seien namentlich nur einige benannt, als da waren : Otto Haus, Gottfried Heger, Fritz Hoppmann, Hein Hoppmann, Gerd Rosendahl, Franz Underberg usw.
 
Und da Dr. Schmitz so überaus aktiv in diesem Kreise war, benannten die Mundartfreunde den Verein nach der Mundart– Version seines Vornamens Namen, nämlich Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“ (wörtlich übersetzt : Rheinberger Sprachverein „Onkel Heinrich“).
 
An dieser Stelle sei folgendes eingeflochten :
Um diese unsere Mundart bei den allmonatlichen Zusammenkünften nicht nur zu sprechen, sondern sie auch in Schriftform zu erhalten, gab ein Arbeitskreis aus dem Verein, die „Kalenderlüj“, in den Jahren von 1928 bis einschließlich 1938 jedes Jahr ein Jahrbuch heraus und benannte es „Rinberksen Dagwieser“. In diesen Büchlein mit durchschnittlich 70 – 90 Seiten wurden u. a. viele Abhandlungen, Geschichten, Sprüche, sogen. „Dönekes“ usw. in Mundart niedergeschrieben.
 
Und nun zurück zur Chronologie.
 
Der Verein war zwar gegründet, es lässt sich jedoch bislang kein präzises Gründungsdatum des Vereins feststellen, denn es gibt hierzu keine schriftlich fixierten Aufzeichnungen. Wir sind also darauf angewiesen, den ungefähren Zeitraum abzuschätzen. Dazu soll uns zuerst ein Auszug aus dem Vorwort zum „Dagwieser“ des Jahres 1928 weiterhelfen. Dort heißt es unter der Überschrift : Ein Leben in der Heimat und für die Heimat u. a. :
 
1. Absatz :
 
„Ohmen Händrek geboren am 27. 01. 1848 als 7. Kind der Eheleute Wilhelm und
Friederike Schmitz, die ihm und der Stadt Rheinberg einen Wohltäter an seiner
Vaterstadt und einen treuen Hüter heimischer Art und Sitte schenkte. ....“
 
2 Seiten weiter lesen wir :
 
„Wie kein zweiter verwuchs er der Heimat, der Landschaft, den Menschen, der
Mundart und den Sitten.
 
Und dann im letzten Absatz des Artikels eine für unsere Untersuchung wichtige Passage :
 
„Im vergangenen Jahr ging dann auch die Gründung eines „plattdeutschen
Sprachvereins“ von ihm aus. In bisherigen allmonatlichen Sitzungen wusste der liebe
alte Herr so viel zu erzählen, und die Abende so anregend zu gestalten, dass es uns
auch an dieser Stelle eine liebe Pflicht der Dankbarkeit und eine Herzensschuld ist,
ihm zu seinem Geburtstage alles Gute und noch viele Jahre in Gesundheit des Leibes
und des Geistes zu wünschen. Möge der Herr Geheimrat, auf dessen Namen unser
Verein und Kalender sich gründet und dessen Bild daher mit Recht dieses anspruchs-
lose Büchlein schmückt, noch recht lange Jahre unseren Verein lenken und fördern,
unserer Jugend aber ein Vorbild und Beispiel sein für das Wort : Was du ererbt von
deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen, das heißt : deine Heimat.“
 
                                                                Otto Haus
 
Weiter unten heißt es unter der Überschrift „En Vörword“
 
„Hier brenge we Kalenderlüj üt de Sprookverein „Ohmen Hendrek“ ene kleinen
Dagwieser för dat Johr 1928; we hebben dorbej die Freud, onse liewe Vörsetzenden,
den Heer Geheimrat Dr. Schmitz en ganz Johr lang fieren tu köne.
Wat äwer ächte Rhinberkse sind, die sölle mär säge, wat draen fählt; wej weete, dat se
ons on ons Platt geern häbe, on dat es ons genug......
 
Also spräckt Plat, mär rechtech. ......

De Kalenderlüj
 
Das ist bezüglich des Gründungsdatums noch ziemlich ungenau.
Hier hilft ein Artikel in der Rheinberger Zeitung vom 6. Februar 1927 weiter. Dort lesen wir:
 
„Rheinberger Karnevalsgesellschaft 1927“.
 
„Wej sin weer door“! Den Bemühungen des Elfer– und Kleinen Rates ist es unter Aufwendung ganz erheblicher Kosten dank der Hilfe einiger sehr einflußreicher Persönlich-
keiten unserer Stadt gelungen, für das Fest „Alt Rheinberg“ am 20. Februar (1927) aus dem „Rheinischen Archiv ..... usw.
 
Wesentlich enger kann der Gründungszeitraum eingegrenzt werden aufgrund eines Artikels der „Rheinberger Zeitung“ vom 19. März 1927, Seite 6, Rubrik „Rheinberg und Umgegend“, 3. Bericht (Absatz) unter der Überschrift :
 
„Zur Pflege der plattdeutschen Sprache“
 
„Angeregt durch die Wiederauflebung „Alt– Rheinbergs“ bei dem diesjährigen Karneval hat sich in Rheinberg ein Verein zur Pflege und Erhaltung der plattdeutschen Sprache
gebildet. ....
 
 
Aus den beiden Zeitungsartikeln geht unzweideutig hervor, dass
 
die Gründung des Rhinberkse Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ also
in der Zeit zwischen dem 20. Februar 1927 und dem dem 19. März 1927
gelegen haben muss!
 
 
Wenn man für die Veröffentlichung des Artikels etwa 1 Woche bis zum Erscheinen veranschlagt, dann könnte das eigentliche
 
Datum der Gründung des „Rhinberkse Sprookverein Ohmen Hendrek“
etwa um den 12. März 1927 gelegen haben !!!
 
Ob der Sprookverein damals eine Vereinssatzung festgeschrieben hat, ist nicht feststellbar.
 
Im Rhinberksen Dagwieser vom Jahrgang 1937 heißt es auf der Seite 13 :
 
„Vörword tu de Jubiläums– Kalender 1937“
 
Tien Johr häbbe wej treulech gehüjt
Heimatsprook aen de Niederrhein;
Tien Joer in Wort on Schriff sech bemüht,
Kalender– Lüj von de Sprookverein. ...........................
 
Auch die o. e. Zeitangabe „Tien Johr“ ... deutet auf das Gründungsjahr 1927 hin.
 
 
3 Die weitere Entwicklung
 
Nun also war der „Rhinberkse Sprookverein Ohmen Hendrek“ gegründet.
 
Im Verlaufe der folgenden Jahre von 1928 bis einschließlich 1938 brachten die Mitglieder des Rhinberkse Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ dann jährlich, wie bereits oben erwähnt, einen Jahreskalender, die sogenannten „Rhinberkse Dagwieser“ heraus, insgesamt also 11 Jahrgangs– Kalender.
 
Dann allerdings, ab dem Jahre 1938, erschien kein Dagwieser mehr. Das scheint daraus zu resultieren, daß die Mitglieder des Sprookvereins, alles gestandene Männer mit christlichem Fundament, sich offensichtlich politischem Druck ausgesetzt sahen und sich nicht politisch „verbiegen“ wollten.
 
Das bedeutet, dass der Sprookverein damals zwar keine Publikationen („Dagwieser“) mehr veröffentlichte, jedoch als Verein auch während des 2. Weltkrieges nominell weiter existierte. In welcher Form und Intensität das gewohnte Vereinsleben aufrechterhalten wurde, ist nicht mehr festzustellen.
 
Zudem verstarb der Gründer des Sprookvereins, Dr. Heinrich Schmitz, am 9. Februar 1940.
 
 
4 Die Entwicklung nach 1945
 
Dass es nach dem 2. Weltkrieg dann wieder zu einer Belebung des Sprookvereins kam geht auf eine Initiative der damaligen „vaterländischen Frauenvereinigung“ zurück. In dieser Gruppe unter Vorsitz von Frau Katharina Schmitz– Winnenthal hatten sich Rheinberger Frauen (u. a. Frau Conrad, Frau Lörx, Frau Püttmann, Frau Schawach, Frau Sprenger) zusammengefunden, um Handarbeitssachen herzustellen und diese verschiedensten hilfsbedürftigen Familien zukommen lassen zu können. Und wie es sich so beim Häkeln und Stricken, einem Tässchen Kaffee und einem Stücken Kuchen ergab, wurden die verschiedensten Themen erörtert. Und irgendwann fiel dann auch das Stichwort Rhinberkse Sprookverein. Die Damen bedauerten es, dass seit längerem aus diesem Mundart– Kreise keine Aktivitäten mehr zu verzeichnen waren und regten an, die ehemaligen Gründungsmitglieder des Rhinberksen Sprookvereins anzusprechen und sie zu einer Wiederbelebung des Mundartkreises zu ermuntern.
 
Das wurde in die Tat umgesetzt, und so kam es dann auch zu Anfang der 50er Jahre zu einer ersten Zusammenkunft von Mundartfreunden im Lokale Püttmann an der Orsoyer Straße. Aus der „alten Riege“ nahm an dieser Zusammenkunft auch Hein Hoppmann regen Anteil. Das setzte sich fort, und die weiteren Zusammenkünfte fanden dort dann in gewohnt lockerer und fröhlicher Atmosphäre statt.
 
Man konnte schließlich Josef Gormanns dazu gewinnen, die Leitung des wieder aufgelebten Sprookvereins zu übernehmen, den er dann über viele Jahre leitete und formte. Doch auch er konnte sich Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts altersbedingt nicht mehr intensiv um den „Sprookverein“ kümmern. Das bedeutete, dass das Vereinsleben des „Sprookvereins“ für einige Jahre zwar ruhte, der Verein jedoch nicht aufgelöst wurde.
 
In der Folgezeit kamen aber immer wieder einige alteingesessene Rheinberger Bürger zu der Einsicht, dass man den Faden wieder aufgreifen und den „Sprookverein“ erneut aus seinem „Dornröschenschlaf“ aufwecken und aktivieren sollte.
 
Und so kam es nach einiger „Mundpropaganda“ auf Initiative zweier geborener Rheinberger Bürger, Norbert Ricking und Paul Feltes, am 30. 05. 2001 zu einer ersten Zusammenkunft mundartinteressierter Bürger im Lokale „Alte Apotheke“ im Stadthaus.
 
Das war der Beginn der erneuten Wiederbelebung des „Rhinberkse Sprookvereins“, es hatte sich lediglich der Personenkreis etwas geändert. Es wurde ein Vorstand gewählt und vereinbart, sich jeweils am 2. und am 4. Montag eines jeden Monats zusammenzufinden, was bis heute auch so beibehalten wurde. In der Folgezeit wurde dann auch eine Vereinssatzung formuliert, um u. a. die verschiedenen Zuständigkeiten festzulegen. Was den Geldverkehr angeht so heißt es darin unter der Position IV. : Geldverkehr und Kassenführung :
 
„Der Sprookverein „Ohmen Hendrek“ unterhält ein Girokonto, welches mit dem Heimatverein Rheinberg gemeinsam geführt wird. Die Kasse wird jährlich geprüft und mit dem Heimatverein abgestimmt.“
 
Hervorzuheben ist, dass sich seit dem Gründungsjahr (1927) die Bezeichnung dieses Mundartkreises nicht geändert hat und sich immer noch auf den Gründer bezieht, denn er heißt nach wie vor Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“. Das heißt also : auch der heute aktive Mundartkreis unter dem Vorsitz von Norbert Ricking ist der legitime Nachfolger des ursprünglichen „Sprookvereins“ !!!
 
Fazit:
 
Aus all diesen Fakten geht hervor, dass der Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“ bereits seit nunmehr 76 Jahren ununterbrochen existiert !!!!
 
5. Eingebunden in den Heimatverein
 
Und nun einige Bemerkungen zur Einflechtung des „Sprookvereins“ in den „Heimatverein Rheinberg e. V.“ .
 
Hierzu wiederum einige Passagen aus einem Artikel der Lokalzeitung „Rheinische Post“ vom 02. 03. 1989. Dort heißt es u. a. :
„Eigentlich hätten schon sieben zur Vereinsgründung gereicht; doch dann waren es mehr als 40 Rheinberger, die in die „Alte Apotheke“ kamen. Dort ging es jetzt um die Gründung eines Heimatvereins. .....“.
 
Und weiter unten :
„Primär geht es um die Pflege der Heimatgeschichte. Hier seien in Rheinberg viele Ansätze bereits vorhanden, meinte Kulturamtschef Hans– Theo Mennicken. Der Heimatverein solle quasi als gemeinsames Dach für dieses Engagement dienen; wie z. B. für den „Sprookverein“, für die brauchtumspflegenden Pumpennachbarschaften, für die Geschichtsforscher. Das Wandern um Rheinberg herum wurde auf den zweiten Rang in der Prioritätenliste aufgenommen. Daran schließt sich die Naturkunde an, die aber in Rheinberg schon gut organisiert ist. ............“
 
Unter den o. e. 40 Rheinberger Bürgern waren neben dem damaligen Leiter des Sprookvereins, Josef Gormanns, mehrere Mitglieder des Sprookvereins und auch der Verfasser dieser Dokumentation.
 
Klar ist damit , wie bereits oben erwähnt, daß der „Sprookverein“ wesentlich älter ist als der „Heimatverein“!!!
 
Auch ist zweifelsfrei festzustellen, dass der bereits existierende Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“ mit Gründung des „Heimatvereins“ nahtlos in denselben eingegliedert wurde, dort gleichsam als eine unter anderen Interessengruppen die heimische Sprachkultur pflegt!!!
 
Diese Verflechtung geht auch aus der Formulierung des Absatzes IV. der Satzung des Sprookvereins  hervor (s. o.).
 
 
6 Zusammenfassung :
 
Der Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“, benannt nach dem Gründer Dr. Heinrich Schmitz aus Rheinberg, besteht seit Anfang 1927. Eine schriftliche Fixierung der Gründung des Sprookvereins existiert nicht. Man kann jedoch aus Zeitungsartikeln der damaligen Rheinberger Zeitung vom 6. Februar 1927 bzw. vom 19. März 1927 ableiten, dass die eigentliche Gründung des „Rhinberkse Sprookvereins Ohmen Hendrek“ um den 12. März 1927 gelegen haben muss.
 
In der Zeit von 1928 bis einschließlich 1938 brachten die Mitglieder des Sprookvereins jährlich einen sogen. Dagwieser heraus, in denen unsere Mundart, das „Rhinberks Plat“ in vielen Beiträgen dokumentiert ist. Sicherlich aus politischen Gründen wurde diese Serie der Publikationen ab dem Jahre 1938 nicht fortgesetzt. Die Aktivitäten des Vereins gingen zurück bzw. ruhten während des Krieges.
 
Nach dem 2. Weltkriege fanden sich zu Anfang der 50er Jahre wieder eine Reihe mundartinteressierter Rheinberger Bürger zusammen und setzten die Pflege unserer Mundart im Sprookvõrein wieder fort. Josef Gormanns leitete diese Gruppe bis Ende der 90er Jahre.
 
Aus Altersgründen konnte er die Arbeit im „Sprookverein“ nicht mehr aktiv gestalten, und so ruhten die Aktivitäten des Vereins bis zu Anfang des neuen Jahrtausends.
 
Auf Initiative von Paul Feltes und Norbert Ricking wurden ab dem 30. 05. 2001 die traditionellen Bestrebungen des Rhinberkse Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ mit neuen Mitgliedern wieder aufgenommen.
 
Mit der Gründung des „Heimatverein Rheinberg e. V“  am 26. 04. 1989 wurde der Rhinberkse Sprookverein „Ohmen Hendrek“ als Interessengruppe zur Erhaltung und Pflege unserer Mundart nahtlos in den „Heimatverein“ aufgenommen.
 
 
7. Quellenangaben :
 
„Rhinberkse Dagwieser“ 1928 und 1937 
Rheinberger Zeitung von 1927 
Gewährsperson : Wilhelm Püttmann (bezüglich der ersten Zusammenkünfte nach 1945).
 


Satzung des Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ im Heimatverein Rheinberg.
 
 
I. Zweck und Sinn :
Sinn und Zweck des Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ ist die Pflege und der
Fortbestand der heimatlichen plattdeutschen Mundart.
 
II. Organe des Vereins :
Der Sprookverein „Ohmen Hendrek“ besteht aus der Mitgliederversammlung und dem
Vorstand.
 
a) Mitglieder des Sprookvereins „Ohmen Hendrek“ sind grundsätzlich alle
Bürger, welche sich um die Ziele kümmern und sich zu diesem Zweck regelmäßig
treffen.
 
b) Jährlich im Januar findet eine Mitgliederversammlung statt.
 
c) Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand und entlastet ihn.
 
 
III. Vorstand :
Der Vorstand besteht aus : dem / der Vorsitzenden, zwei Stellvertreter/innen, einem/r
Schriftführer/in, einem/r Kassierer/in, und vier
Beisitzern/innen.
 
a) Der Vorstand wird mit einfacher Mehrheit von den anwesenden Mitgliedern auf vier
Jahre gewählt.
b) Der halbe Vorstand stellt sich einmalig nach zwei Jahren zur Wiederwahl.
(Vorsitzender, ein Stellvertreter, Schriftführer und zwei Beisitzer.)
c) Wiederwahl ist möglich.
 
 
IV Geldverkehr und Kassenführung :
Der Sprookverein „Ohmen Hendrek“ unterhält ein Girokonto, welches mit dem
Heimatverein Rheinberg gemeinsam geführt wird.
 
a) Die Kasse wird jährlich geprüft und mit dem Heimatverein Rheinberg abgestimmt.
 
 
V. Vertretung des Sprookvereins :
Der Sprookverein „Ohmen Hendrek“ wird nach innen und außen durch den
Vorsitzenden oder einem Stellvertreter und einer weiteren Person des Vorstandes
vertreten.